Die maximal passende Reifenbreite für ein DAHON-Faltrad auf Schotter und Feldwegen ergibt sich nicht aus einem pauschalen Wert, sondern aus der engsten Stelle an Gabel, Kettenstreben und gegebenenfalls Schutzblech.
Entscheidend ist die tatsächlich gemessene Außenbreite des montierten Reifens auf der vorgesehenen Felge, nicht die Aufschrift auf der Reifenflanke. Erst der Abgleich mit der offiziellen Angabe Ihres konkreten Modells macht aus dieser Messung eine belastbare Auswahl.

Ein 20-Zoll-E-Klapprad trägt zwar dieselbe nominelle Zollbezeichnung wie viele klassische Falträder, kann aber einen anderen ETRTO-Felgendurchmesser sowie eine andere Rahmengeometrie und Reifenfreiheit aufweisen. Wie Sie diese Freiheit an Ihrem eigenen Rad ermitteln und mit den Herstellerangaben abgleichen, zeigen die folgenden Schritte.
Die kurze Antwort: Die engste Stelle bestimmt die Reifenbreite
Die passende Reifenbreite ergibt sich aus drei Werten: der real gemessenen Reifenbreite, der kleinsten lichten Weite an Ihrem Rad und der Freigabe für Ihr konkretes Modell. Fehlt einer dieser Werte, bleibt jede Zollangabe eine Vermutung.

Warum 20 Zoll keine Maximalbreite festlegt
Die Zollbezeichnung „20 Zoll“ bestimmt den Felgendurchmesser nicht eindeutig. Je nach Ausführung kann sie unterschiedliche ETRTO-Durchmesser bezeichnen, die nicht miteinander kompatibel sind. Für die Auswahl zählt deshalb die vollständige ETRTO-Angabe, zum Beispiel 47-406 oder 30-451.
Die tatsächliche Reifenbreite hängt zusätzlich vom Reifenmodell und von der Felge ab, auf der er montiert ist. Zwei Reifen mit gleicher Zollangabe können sich in der real gemessenen Außenbreite deutlich unterscheiden, je nachdem, mit wie viel Luftdruck sie gefahren werden und wie breit die Felge ist.
Die Entscheidung in drei Größen
- Tatsächliche Reifenbreite: an der breitesten Stelle des montierten Reifens gemessen, nicht aus der Zollangabe abgeleitet.
- Kleinste lichte Weite: der engste Punkt an Gabel, Kettenstreben oder Schutzblech, der über die gesamte Kombination entscheidet.
- Modell- und Zubehörfreigabe: die abschließende Bedingung, die erst mit den offiziellen Angaben Ihres DAHON-Modells feststeht.
Wie sich breitere Reifen am Faltrad auf den Komfort auswirken können, ordnet unser Ratgeber zum Thema genauer ein.
Vor der Messung: Modell- und Laufraddaten festhalten
Bevor Sie zum Maßband greifen, sollten Sie die wichtigsten Rad- und Reifendaten schriftlich festhalten. Ob herkömmliches Faltrad oder 20-Zoll-E-Klapprad: Diese Angaben verhindern, dass Sie später aus der reinen Zollgröße eine falsche Breitenannahme ableiten.
Diese Daten gehören ins Messprotokoll
- Exakte DAHON-Modellbezeichnung und Modellvariante, gegebenenfalls mit Rahmennummer oder Modellcode.
- ETRTO-Angabe und Zollangabe des aktuell montierten Reifens.
- Felgenangabe, Schutzblechstatus und geplanter Einsatzzweck auf Schotter oder Feldwegen.
Vorhandenen Reifen als Referenz nutzen
Der serienmäßig montierte Reifen ist ein guter Ausgangspunkt für den Vergleich, aber kein Nachweis für die maximal mögliche Reifenfreiheit. Halten Sie Reifen und Felge als zusammengehörige Kombination fest, damit Sie sie später mit einer breiteren Alternative vergleichen können.
Reifenfreiheit am Faltrad Schritt für Schritt messen
Die Messung muss mit dem tatsächlich montierten Laufrad erfolgen, nicht am ausgebauten Reifen. An jeder Stelle zählt der kleinste gefundene Wert, nicht der Durchschnitt.
Gabel und Hinterbau messen
- Vorderrad einbauen und an der engsten Stelle der Gabel die lichte Weite in Millimetern messen.
- Hinterrad einbauen und an den Kettenstreben sowie, falls relevant, an den Sitzstreben die engste Stelle prüfen.
- Links und rechts getrennt messen, da die Abstände nicht immer symmetrisch sind.
- Den jeweils kleinsten Wert für Vorder- und Hinterrad separat notieren.
Messprotokoll für die engste Stelle
Nutzen Sie diese Tabelle als Vorlage für Ihre eigenen Messwerte. Tragen Sie ausschließlich Werte ein, die Sie selbst an Ihrem Rad gemessen oder aus Ihrer Modellunterlage entnommen haben.
| Messstelle | Lichte Weite (mm) | Kleinster dokumentierter Wert | Erforderlicher Freiraum laut Modell/Zubehör |
|---|---|---|---|
| Gabel | eigene Messung | eigene Messung | laut Bedienungsanleitung |
| Kettenstreben | eigene Messung | eigene Messung | laut Bedienungsanleitung |
| Schutzblech (falls montiert) | eigene Messung | eigene Messung | laut Zubehörangabe |
Die engste Messstelle begrenzt den verfügbaren Bauraum. Sie darf jedoch nicht direkt als maximale Reifenbreite übernommen werden, da seitlich und oberhalb des Reifens ausreichender Freiraum verbleiben muss.
Reifenprofil, Felge und Schutzbleche gemeinsam bewerten
Die passende Reifenkombination ergibt sich aus dem Zusammenspiel von ETRTO-Größe, Felgeninnenweite, tatsächlich montierter Reifenbreite, Reifenhöhe und vorhandenem Zubehör. Reifen und Felge müssen als freigegebene Kombination zusammenpassen. Auch bei einer kompatiblen Kombination kann die tatsächliche Reifenbreite je nach Felge, Reifendruck und Reifenkonstruktion von der Nennbreite abweichen.
Breite und Profil nach Einsatz auswählen
| Einsatz | Bevorzugte Profileigenschaft | Entscheidende Passformgrenze |
|---|---|---|
| Fester, harter Schotter | Eher rollorientiertes Profil | Gemessene Breite muss innerhalb der engsten Stelle bleiben |
| Gemischte Feldwege | Ausgewogenes Allround-Profil | Ausreichender Raum für die reale Außenbreite einplanen |
| Loser oder grober Untergrund | Stärker profilierter Reifen | Nur bei passender Felge, Rahmen und Zubehör geeignet |
Profilstollen können mehr Raum beanspruchen als die reine Zollangabe vermuten lässt. Die ETRTO-Größe und Felgenbreite als System zu betrachten, hilft dabei, eine passende Kombination aus Reifengröße und Felgeninnenmaulweite zu finden, ersetzt aber keine modellbezogene Rahmenfreigabe. Wie sich Reifenbreite und Luftdruck auf Schotter zusammen auswirken, erklären wir ausführlicher, wenn Sie Faltrad-Reifendruck abstimmen möchten.
Schutzbleche als eigene Grenze behandeln
Ein breiterer Reifen kann den Abstand zum Schutzblech deutlich verringern, auch wenn er an Gabel und Kettenstreben noch passt. Der ADFC nennt etwa 5 mm Schutzblechabstand zwischen Reifen und Schutzblech als Orientierung für eine gute Spritzschutzwirkung. Dieser Wert ist jedoch keine allgemeine Sicherheitsfreigabe für jede Reifen-, Schutzblech- und Geländekombination.
Auf Schotter oder schlammigem Untergrund kann wegen anhaftender Fremdkörper und profilierter Reifen mehr Freiraum erforderlich sein; maßgeblich bleiben die Vorgaben der beteiligten Hersteller. Wer regelmäßig mit dem Faltrad auf Schotterwegen unterwegs ist, sollte diesen Abstand nach jedem Reifenwechsel neu prüfen.
DAHON-Freigabe für das konkrete Modell bestätigen
Der letzte Schritt ordnet Ihr Messprotokoll den offiziellen Angaben Ihres Modells zu. Erst dieser Abgleich macht aus den Messwerten eine verlässliche Entscheidung für den Reifenkauf.
Die Modellprüfung abschließen
- Modellbezeichnung und Variante eindeutig benennen und mit der aktuellen Produktseite oder Bedienungsanleitung abgleichen.
- Ihr Messprotokoll mit den dort genannten Reifen-, Felgen- und Zubehördaten vergleichen.
- Bei Übereinstimmung die Freigabe dokumentieren, bei Abweichung eine gezielte Serviceanfrage stellen.
Die ETRTO empfiehlt, die Kompatibilität von Reifen und Felge anhand der Größenkennzeichnung sowie der technischen Angaben der Reifen- und Felgenhersteller zu prüfen. Ob diese Kombination ausreichend Platz im Fahrrad bietet und für das konkrete Modell freigegeben ist, muss zusätzlich anhand der Angaben des Fahrradherstellers geklärt werden.
Wann eine Alternative sinnvoller ist
Wenn der rotierende Reifen an Rahmen, Gabel oder Schutzblech anliegt, blockieren könnte oder die Freigabe trotz vollständiger Datenerfassung unklar bleibt, fahren Sie diese Kombination nicht. Klären Sie die Ursache oder lassen Sie die Kompatibilität durch unseren DAHON-Kundenservice oder eine Fachwerkstatt bestätigen, bevor Sie weiterfahren. Bleibt die Zuordnung offen, ist eine schmalere, bereits belegte Reifenbreite oder die unveränderte Serienbereifung die sicherere Wahl, bis eine eindeutige Bestätigung vorliegt.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die ETRTO-Angabe für die Reifenwahl wichtiger als die Zollbreite?
Die Angabe „20 Zoll“ allein reicht für die Reifenauswahl nicht aus, da sie den Felgendurchmesser nicht eindeutig bestimmt. Prüfen Sie die vollständige ETRTO-Größe des Reifens, die Felgeninnenweite, den verfügbaren Freiraum und die Freigabe für Ihr konkretes DAHON-Modell.
Kann ich mit montierten Schutzblechen einen breiteren Reifen auf Schotter fahren?
Ein Reifen, der ohne Schutzblech ausreichend Freiraum hat, kann mit montiertem Schutzblech eine engere Situation ergeben. Messen Sie den Abstand zum Schutzblech separat und prüfen Sie vorne den vorhandenen Sicherheitsclip, bevor Sie mit der Kombination fahren.
Gilt die Reifenbreite eines 20-Zoll-Faltrads auch für ein 20-Zoll-E-Klapprad?
Die elektrische Unterstützung ändert die grundlegenden Anforderungen an die Reifen- und Felgenkompatibilität nicht. Ob klassisches Klapprad oder 20-Zoll-E-Faltrad: Die vollständige ETRTO-Größe, Felge, Rahmen, Gabel und montiertes Zubehör müssen für das jeweilige Modell separat geprüft werden.
Welche Angaben braucht der DAHON-Service für eine Reifenfreigabe?
Für eine verwertbare Antwort helfen die exakte Modellbezeichnung, Rahmennummer oder Modellcode, die ETRTO- und Zollangabe des gewünschten Reifens, die Felgendaten, der Schutzblechstatus und der geplante Einsatzzweck. Fahren Sie eine unklare Kombination erst, wenn diese Angaben bestätigt sind.







